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Nov 09 2011

Brandanschlag auf Falkenhaus Neukölln

http://www.falken-berlin.de/aktuelles/presse/4668556.html

In der Nacht zum 9. November wurde das ASH wiederholt Ziel eines Brandanschlags

Karsten Thiemann, Vorsitzender der SJD-Die Falken Neukölln, erklärte hierzu:

„Wir sind entsetzt über die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Rechtsextremisten und über die offensichtliche Hilflosigkeit der Politik. Um demokratische Kinder- und Jugendarbeit zu verhindern, scheuen die Verbrecher nicht davor zurück, Menschenleben zu riskieren, im Gegenteil: Sie nehmen Verletzung und Tod bewusst in Kauf. Nichts aber auch gar nichts unterscheidet die Neo-Nazis von heute von den Brandstiftern des 9. November 1938.“

Die SPD und CDU forderte er nachdrücklich auf, in den Berliner Koalitionsverhandlungen konkrete Schritte zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und zur Stärkung demokratischer Jugendarbeit zu beschließen. Dazu brauche es mehr, als nur Lippenbekenntnisse.

„Wir werden unsere Arbeit für die Demokratie und eine gerechtere Gesellschaft nicht aufgeben.“ so Thiemann weiter. „Diese Arbeit wird weiterhin gewaltfrei bleiben, aber wir brauchen endlich klare Signale und Maßnahmen der Politik, die beweisen, dass der Staat nicht länger bereit ist, den Nazi-Terror hinzunehmen.“

 

Wir Falken aus Hannover erklären uns solidarisch mit den Neuköllner Falken!

Gleichzeitig möchten wir auf eine gute Aktion hinweisen, die heute, am 9. November, in Berlin stattfand: Keine Ruhe für Nazis!! (Der folgende Text ist aus INdymedia: http://linksunten.indymedia.org/en/node/49963)

Der 9. November ist alljährlich für Antifaschist_innen Gedenktag an die Opfer der Novemberpogrome der Nationalsozialisten von 1938. Die antijüdische Gewalt erreichte am 9. November ihren vorläufigen Höhepunkt: Überall in Deutschland brannten Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. In ihrem Verlauf wurden hunderte Jüd_innen misshandelt, ermordet oder in den Tod getrieben.. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung der antijüdischen Politik des NS-Regimes dar.

Der NS-Antisemitismus wurde nach den Novemberpogromen immer gewalttätiger und gipfelte letztlich in dem Versuch, alle Jüd_innen Europas gezielt und umfassend zu ermorden. Bis 1945 hatten die Nazis sechs Millionen Jüd_innen ermordet.

Doch auch Nazis gedenken am 9. November Toten. Allerdings nicht den Opfern ihrer antisemitischen Gewalt, sondern ihren vermeintlichen „Helden“ und „Märtyrern“ am sogenannten „Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung“. Seit 1939 war der 9. November offizieller Feiertag im NS-Regime. An diesem Tag scheiterte 1923 der Putschversuch von Hitler in München, bei dem mehrere Nazis starben. Diese wurden seither als „Blutzeugen der Bewegung“ verehrt. Auch spätere Tote wie Horst Wessel wurden Teil dieses Totenkults.

Noch heute nehmen Neonazis diesen Tag zum Anlass Gedenkstätten für Opfer des Nationalsozialismus zu schänden und ihre eigenen „Helden“ zu verehren.

Dies können und wollen wir nicht akzeptieren! Aus diesem Grund haben wir eine Pilgerstätte der Neonaziszene, die regelmäßig als Anlaufpunkt für solche Aktionen dient, antifaschistisch verschönert: Die Überreste des Grab- und Gedenksteins vom SA-Führer Horst Wessel auf dem Berliner Nikolaifriedhof wurde komplett pink eingefärbt und beidseitig mit Parolen besprüht.

Mit Wessel trifft es nicht irgendjemanden: Überzeugter Antisemit, Vorzeige-„Märtyrer“ und SA-Führer. Am 9. November 1938 war es gerade die SA, die den antisemitischen, deutschen Mob dirigierte und federführend agierte. Wessel war zu diesem Zeitpunkt bereits Tot, allerdings waren die Pogrome letztendlich nur die praktische Ausführung der nationalsozialistischen, eben auch von Wessel bis zum Schluss propagierten Ideologie.

Mit dieser Aktion soll den Nazis ein würdiges Gedenken dieses Jahr verunmöglicht werden.

Denn: Jedes Gedenken an die Täter verhöhnt die Opfer! Solange es Anhänger dieser menschenverachtenden Ideologie gibt, solange müssen ihre Wallfahrtsorte auch angegriffen werden. Aus diesem Grund kann und darf es keine Ruhe für Nazis geben. Auch keine Totenruhe.

1 Kommentar

  1. Jasper

    Finde ich gut, dass hier staendig geschrieben wird.

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